Dieser Freitag...

'Hier,... nimm eine von mir' murmelte ich und schob ihn meine PallMall Packung rüber, gerade als er seinen Tabak rausholte.

 

'Danke'

 

Ich lächelte. Mehr konnt ich nicht. Freitag abends... Überstunden machen, draussen auf dem Balkon sitzen und Bier trinken. Seit ein paar Wochen schon ging er mir seltsamerweise nicht aus dem Kopf.. wieso?

Ich hatte einen Freund, einen anderen wieder.. für den ich doch sogar meinen Iroträger verlassen hatte... aber.. irgendetwas war. Flüchtige Blicke.. kurze Hallo's...

 

Ich beugte mich herab und nahm ihm langsam die Bierflasche weg, um selber einen Schluck zu trinken und vergaß beinahe was ich vor hatte als ich drohte schon wieder in seinen Augen zu versinken.

Sowas hatte ich... noch nie erlebt. 

Ich kannte ihn nicht... nicht mehr als ein paar Worte.. ein paar Erklärungen zu dem Programm mit dem wir arbeiteten... wenn ich heute die Augen zumach und mich zurücklehn.. kann ich noch immer seinen Atem auf meinem Nacken spüren....

Ich spüre ihn noch immer hinter mir, über mich gebeugt... mit leiser Stimme erklärend und wie immer nach Kaffee und Leder riechend.

Später werden wir beide sagen, das dieser Freitag der Tag war an dem alles feststand.

Die Trennung von unseren Beziehungen waren nur ein paar Tage entfernt.

 

Der Umzug zusammen in eine neue Stadt, nur ein paar Nächte im englischen Garten,
ein paar Züge am Joint, ein paar Flaschen Bier... und einige Abende an Gleis 28 1/2. 

Die Trennung unserer Beziehung hingegen, wäre nie in Frage gekommen.

 

Wir waren uns, wie so viele... so... sicher. 

12.11.07 19:44, kommentieren

How it began....

'Gut'  sagte er.

'Dann zeig ich Ihneen noch die Räumlichkeiten, soweit wär ja alles geklärt'

Das war es. Ich blickte nocheinmal auf meinen dicken Arbeitsvertrag und bemühte mich meine aufkeimende Freude zu unterdrücken. Ich wusste doch das ich das schaff! Meine Gedanken flogen sofort ein paar Strassen in München weiter, zu dem Altersheim in dem mein Freund arbeitete... Heute Abend gibts Bier und Pommes. Zum feiern versteht sich, und Haarfarbe für seinen Iro.. die wünscht er sich eh schon lange.

Abwesend folgte ich meinem zukünftigen Arbeitgeber durch den schmalen Flur. Vorbei an brummenden Räumen. Es war leer im großen Büro... Brückentag, eigentlich haben alle frei, nur ein paar machen freiwillige Überstunden.

Ich lächelte ein wenig, wenn meine Blicke zufällig die Leute striffen die gerade in den kleineren Räumen am Telefon saßen. Meine Gedanken eilten immerwieder zurück zu dem Arbeitsvertrag und unserem romantischem Abend mit Pommes und Bier.

 

'Das ist die Küche.. rauchen Sie?'

 

Ich nickte.

 

'Rauchen dürfen wir nur draussen, hier.. das ist der Balkon.'

 

Ich sah von der spärlichen Küche auf und durch die Tür.

Der Wind wehte graue Wolken an diesem eigentlichen Sommertag lustlos über den Himmel, zog den Efeu an der Hauswand melancholisch mit sich und verfing sich dan träge in dunklem, langen Haar. Ich liess den Wind meinen Blick mit sich ziehen... liess ihn über den glatten Stoff eines schwarzen Ledermantels streifen und erwischt genau den Augenblick, indem die Halssehne des Mannes sich spannte, während er den Kopf drehte um zu uns zu sehen.Etwas das nur Millisekunden dauern konnte, kam mir vor wie die slow-mo Aufnahme eines Filmes... Meine Aufmerksamkeit glitt weiter über die etwas unrasierten Wangen, an den Wangenknochen hinauf und versank schliesslich in einem dunklen Gemisch zweier Farben.

Ab diesem Augenblick  hatte ich unmerklich die Luft angehalten. Später werde ich sagen - ja... vielleicht auch heute noch - das ich mir nicht sicher bin ob ich jemals wieder geatmet habe.

 

Wir nickten einander zu, unverbindlich. Ein neues Gesicht, dachte er... ob es das wert ist, es mir zu merken?

Und was dachte ich?...

Ich verabschiedete mich, igng die Treppe herunter und zündete mir draussen eine Zigarette an. Auf einmal war sovieles weg, und soviel mehr da. Ehe ich den Gedanken gefasst hatte mich noch eine Weile an den Brunnen auf dem Karlsplatz zu setzen stürmte ein hellblonder Iro um die Ecke, fiel mich an und jubelte, er hätte es doch gewusst.

 

Wiebitte?... könntest du das nochmal wiederholen?.. ich bin nicht ganz da... 

12.11.07 17:19, kommentieren